20. September 2019 Redaktion

Ein Grundsatzthema …

Auf allen Veranstaltungen, auf denen der RTNV (Runde Tisch der norddeutschen Vereine) seine Förderprogramme “DigitalPaktVereine” und “DigitalPaktSchule” vorstellt, kommt unweigerlich die Frage nach Microsoft oder Google Produkten auf.  

„Warum setzt Ihr nicht einfach Office 365 oder Google G-Suite ein, das gibt es für gemeinnützige Vereine doch recht günstig ?“

Die Antwort ist so einfach, wie schwierig: Bei allen Microsoft und Google Produkten handelt es sich um sog. „proprietäre“, d.h. nur auf einem herstellereigenen Computermodell, also herstellergebundene Software. Diese ist nicht nur teuer und klimabelastend sondern leider auch nicht unproblematisch. Die schier unbegrenzte Marktmacht hat zur Folge, dass z.B. die Verbesserung der Informationssicherheit nicht im Fokus der Anbieter steht. Die daraus folgende „friss Vogel oder stirb“- Haltung der Anbieter führt zunehmend zum Verlust der digitalen Souveränität der Nutzer und Organisationen.

Der “RTNV” geht daher von Anfang an einen anderen Weg. Den Weg für mehr Einsatz von „Open Source” Software. Sie ist i.d.R. kostenfrei und der Quellcode steht, anders als bei proprietärer Software, jedem offen. Diese Entscheidung war und ist im LSFH e.V. nicht unumstritten und steht tagtäglich neu auf dem Prüfstand. Eine strategische Marktanalyse, die die PwC Strategy & (Germany) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 23. August 2019 getätigt hat, bestärkt nun erstmals die Entscheidung des “RTNV” ganz offiziell.

Darin heißt es auf S. 4:

„[…]Der Markt ist derzeit auf wenige Software-Anbieter konzentriert, dies begünstigt Abhängigkeiten grundsätzlich. Die strategische Ausrichtung dieser Anbieter droht diese Abhängigkeiten künftig noch zu verstärken. Dazu gehört der konstante Ausbau des eigenen digitalen Ökosystems, die zunehmende Umstellung von on-premise auf cloudbasierte Lösungen und ein stärkeres Engagement dieser Anbieter bei der Open Source-Software (OSS)-Entwicklung. Neben den marktführenden Produkten gibt es aber auch andere proprietäre und Open Source-Alternativen am Markt, die teilweise hinsichtlich der Leistungsfähigkeit vergleichbar sind.

Insbesondere die Abhängigkeit von Microsoft-Produkten führt gemäß den Ergebnissen der vorliegenden Analyse zu Schmerzpunkten bei der Bundesverwaltung, die im Widerspruch zu den strategischen Zielen der IT des Bundes stehen. Als kritisch befunden werden vor allem eingeschränkte Informationssicherheit und (datenschutz-) rechtliche Unsicherheit; beides Punkte, die die digitale Souveränität des Staates gefährden.

Nationale und internationale Beispiele zeigen, dass viele Organisationen bereits heute auch andere Lösungen einsetzen oder deren Nutzung erwägen, um ihre Abhängigkeiten von einzelnen Software-Anbietern zu mindern. Ein Großteil davon zielt darauf ab, Microsoft-Produkte durch Open Source-Lösungen zu ersetzen. Die Analyse ausgewählter Vorhaben zeigt potenzielle Erfolgsfaktoren dieser Lösungsansätze auf. […]“

Die Förderprogramme “DigitalPaktVereine” und “DigitalPaktSchule” des RTNV werden im Interesse der Vereine daher weiter auf “Open Source” setzen. Aus betriebswirtschaftlichen, datenschutzrechtlichen und Unabhängigkeitsgründen. Für mehr Informationen, Anfragen und umfassende Lösungskonzepte stehen wir Euch oder der zukünftige “Landesverband Schleswig-Holstein” gern zur Verfügung. Ihr wollt nicht warten? Dann kontaktiert uns unter der nachfolgenden E-Mail Adresse “info@rtnv.de” oder nutzt das [ Kontaktformular ].

Viele Grüße
RTNV-Team